Freitag der 13. – Schüler verpassen Klassenerhalt

Ausgerechnet am Freitag den 13. (März 2015) kam es zum entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt in der Schülerlandesliga zwischen dem Gastgeber EV Königsbrunn und dem Team des ESVT. Die Vorgaben waren klar, ein Unentschieden oder gar ein Sieg würde den Türkheimern genügen, der bis dahin Tabellenvorletzte Königsbrunn musste gewinnen. Während die Königsbrunner sich optimal auf diesen Showdown vorbereiten konnten, war eine Vorbereitung beim ESV nur bedingt möglich. Seit 14 Tagen hatte man kein eigenes Eis mehr zur Verfügung, das letzte Spiel war am 01.03.2015, nur zwei Trainingseinheiten konnte man beim Nachbarn in Wörishofen absolvieren.
Aber ein Unglück kommt selten allein und so passte es auch zum gesamten Saisonverlauf, das der bereits dünne Spielerkader durch das Fehlen von Florian Seitz (in England) und Timo Messarosch (krank) weiter dezimiert wurde, der Einsatz von Simon Smola und Niklas Schulz war auf Grund von Erkältung fraglich . Als sich zu allem Überfluss auch noch Luisa Bottner kurz vor Abfahrt krank meldete, war die Sollspielstärke (12+1) nicht mehr vorhanden.
Kapitän Smola und Stürmer Schulz bissen sich durch und um die Spielstärke zu erreichen, lief Luisa Bottner zum Anpfiff mit auf, konnte aber nicht eingesetzt werden. Mit Knabenspielerin Susanne Wexel waren nur 11 Spieler mehr oder weniger einsatzfähig, demgegenüber standen 17+2 hoch motivierte Königsbrunner.
Dementsprechend nervös und ohne das nötige Selbstvertrauen begannen die Türkheimer auch das Spiel und gerieten gleich gehörig unter Druck. Nach nur 3 Spielminuten konnte der Gastgeber das erste Mal jubeln, als ein unglücklicher Abpraller von Goalie Kevin Olszewski dem vor dem Tor völlig freistehenden Ferdinand Niedermüller auf die Kelle fiel und dieser den Puck nur noch einschieben musste. Und die „Pinguine“ gaben weiter Gas, während der ESV nur schwer in die Gänge kam. Wie schwer zeigte sich bei zwei Überzahlsituationen in der 8. und der 12. Spielminute, obwohl mit einem Mann mehr auf dem Eis, konnten sie sich teilweise nicht aus dem eigenen Drittel befreien, geschweige denn selbst zum Abschluss kommen. Doch nach und nach konnte man sich aus der Umklammerung befreien und ein Gegenangriff in der 15. Spielminute führte endlich zum Erfolg. Auf Zuspiel von Jonas Müller erzielte Markus Vogel den glücklichen Ausgleich. Als kurz darauf Joel Heisters verletzt auf dem Eis lag, da er im vollem Lauf von seinem Gegenspieler nur durch ein Foul gebremst werden konnte und in die Bande einschlug, war man auf Grund der verhängten 5+Spieldauerstrafe gegen Königsbrunn zwar für 5 Minuten in Überzahl, allerdings selbst wiederum um einen Spieler weniger – Joel musste auf der Bank behandelt werden und kam im 1. Drittel nicht mehr zum Einsatz. Zu nennenswerten Chancen kamen wiederum nur die Pinguine.
Im 2. Drittel blieb weiterhin Königsbrunn spielbestimmend, der ESV war meist nur mit Abwehrarbeit beschäftigt und wurde nur durch Einzelaktionen gefährlich. Während die eigenen, wenigen Chancen ungenutzt blieben, hatte das Brüderpaar Konshur auf Königsbrunner Seite Grund zum Jubeln. Auf Pass von Daniel Konshur brachte Jan Konshur in der 25. Spielminute seine Farben wieder in Führung. Nur 3 Minuten später dachten alle an die endgültige Vorentscheidung – Andre Hafner setzt sich gegen zwei ESV´ler durch und passt auf den völlig allein gelassenen Ben Bittner am langen Pfosten, der nur noch den Schläger hinhalten muss. Das 3:1 für Königsbrunn war natürlich wenig förderlich für die Moral und das Selbstvertrauen des ESV Teams und Königsbrunn suchte die Entscheidung. Doch mit nun etwas mehr Entschlossenheit und Glück konnte ein weiterer Gegentreffer vermieden werden.
Angesichts des Spielverlaufs waren auch die zahlreich mitgereisten Fans nicht mehr davon überzeugt, dass man dem Spiel noch eine Wende geben könnte, aber wie ausgewechselt kamen die Türkheimer ins letzte Drittel und wollten sich nicht kampflos in ihr Schicksal ergeben. Im letzten Drittel waren gerade einmal 45 Sekunden gespielt, als die unermüdlich kämpfende Knabenspielerin Susanne Wexel auf Zuspiel von Larissa Frey und Jonas Müller den Anschlusstreffer erzielte. Angesichts des frühen Gegentreffers und durch die nun wesentlich agileren Türkheimer wurde Königsbrunn zusehends nervöser. Auch eine Überzahl in der 43. Minute konnten die Pinguine nicht nutzen. Das Schülerteam des ESV mobilisierte seine letzten Kräfte und in der 50. Spielminute, nach etlichen vorangegangenen Chancen passierte es – auf Zuspiel von Niklas Schulz erzielte Jonas Müller den Ausgleich, 3:3 alles war wieder offen, das würde dem ESV zum Klassenerhalt reichen. Nun musste Königsbrunn reagieren, der Coach nahm eine Auszeit und schwor sein Team nochmal lautstark ein. Beim ESV war man indes mehr mit Luft holen beschäftigt, haben die gespielten 50 Minuten gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Gastgeber und die Aufholjagd doch enorm viel Kraft gekostet. Den ersten Angriff der Königsbrunner nach deren Auszeit konnte man noch erfolgreich durch ein Icing abwehren, aber nach dem Bully im eigenen Drittel bekam man die Scheibe nicht aus der Verteidigungszone, D. Konshur konnte sich hinter dem Türkheimer Tor erfolgreich durchsetzen, passte in den Slot und F. Niedermüller verwandelte nur eine Minute nach dem Ausgleich direkt aus kurzer Distanz zum 4:3. Noch waren 9 Minuten zu spielen und der ESV drängte wiederum auf den Ausgleich. Chancen waren vorhanden, allerdings war die über den gesamten Saisonverlauf vorhandene Abschlussschwäche auch im letzten Spiel nicht abzustellen. Auch die Herausnahme des Goalie’s zugunsten eines 6. Feldspielers brachte 40 Sekunden vor Ende des Spiels keinen Erfolg mehr. So jubelten nach dem Schlusspfiff nur die Pinguine und freuten sich über den Klassenerhalt, während das ESV-Team enttäuscht vom Eis ging.
Schade empfand ich, dass die Offiziellen des EV Königsbrunn schon vor Spielbeginn die Spielstärke des ESVT anzweifelten und somit versuchten, bereits vor Anpfiff die Punkte am „grünen Tisch“ zu erobern. Zudem waren in den letzten 9 Minuten die Schiedsrichterpfiffe und das Anhalten der Stadionuhr doch „sehr Zeitversetzt“. Am „Alles in Allem“ verdienten Sieg der Königsbrunner und dem sportlichen Abstieg der Türkheimer hatte dies jedoch keinen entscheidenden Einfluss.

Für Türkheim spielten: Kevin Olszewski, Christian Werny, Simon Smola, Anika Schönhaar, Jonas Müller, Larissa Frey, Markus Vogel, Joel Heisters, Bastian Kaiser, Niklas Brandner, Niklas Schulz, Susanne Wexel, Luisa Bottner

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